Steffen Schlutt — Investments & Insights Immobilien-Wissen

AfA & Steuer

Kaufpreisaufteilung: Wie du den Gebäudeanteil erhöhst und deine AfA maximierst

Die Kaufpreisaufteilung entscheidet darüber, wie viel von deiner Immobilie du steuerlich abschreiben darfst – denn nur das Gebäude ist AfA-fähig, der Grund und Boden nicht. Wer hier einen hohen, sachgerechten Gebäudeanteil durchsetzt, holt über die Jahre fünfstellige Steuervorteile heraus.

Als gelernter Banker sage ich klar: Die Kaufpreisaufteilung ist einer der am meisten unterschätzten Hebel beim Immobilienkauf. Zwei identische Objekte können völlig unterschiedliche Steuerwirkungen haben – allein wegen der Aufteilung.

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Steffen Schlutt
Dein Immobilien-Vermögensarchitekt

Der Blick des Vermögensarchitekten

Die Aufteilung ist Geld – und sie wird beim Kauf entschieden

„Viele achten auf den Kaufpreis und übersehen die Aufteilung. Dabei entscheidet genau sie, wie viel das Finanzamt Jahr für Jahr mitträgt. Einen hohen Gebäudeanteil holst du dir im Kaufvertrag – nicht nachträglich. Wer das vorher strukturiert, verschenkt über zehn Jahre keine fünfstellige Summe.“
Steffen Schlutt · Gelernter Banker & Immobilieninvestor seit 2004

Die Kaufpreisaufteilung ist kein Formalie für den Steuerberater, sondern eine Stellschraube, die du aktiv mitgestaltest – idealerweise schon bevor der Notartermin steht.

Grundlagen

Warum nur der Gebäudeanteil zählt

Jeder Immobilienkaufpreis zerfällt steuerlich in zwei Teile: den Grund-und-Boden-Anteil und den Gebäudeanteil. Der Boden nutzt sich nicht ab – er ist nicht abschreibbar. Nur das Gebäude darfst du über die Absetzung für Abnutzung (AfA) steuerlich geltend machen.

Daraus folgt die simple Logik: Je höher der Gebäudeanteil, desto höher deine jährliche Abschreibung – und desto mehr deiner Steuerlast verwandelst du legal in Vermögensaufbau. Die lineare AfA liegt in der Regel bei 2 % pro Jahr (3 % bei bestimmten Neubauten). Grundlagen dazu findest du unter AfA bei Immobilien.

Kaufpreisaufteilung in Grund und Boden und Gebäudeanteil

Rechenbeispiel

Was ein höherer Gebäudeanteil wirklich bringt

Kaufpreis 400.000 €, lineare AfA 2 %. Der Unterschied zwischen einem Gebäudeanteil von 70 % und 80 %:

KriteriumGebäudeanteil 70 %Gebäudeanteil 80 %
Gebäudewert (AfA-Basis)280.000 €320.000 €
Jährliche AfA (2 %)5.600 €6.400 €
Mehr-AfA pro Jahr–+800 €
Steuerersparnis/Jahr (42 % Satz)*~2.352 €~2.688 €
Differenz über 10 Jahre*–~3.360 €

*Vereinfachte Annahme auf die AfA bezogen, ohne weitere Werbungskosten; keine Steuerberatung. Rechne deinen Fall mit dem Kaufpreisaufteilung-Rechner durch.

Die drei Wege

Wie die Aufteilung bestimmt wird

  • Im Kaufvertrag vereinbaren: Eine sachgerechte Aufteilung im notariellen Kaufvertrag erkennt das Finanzamt grundsätzlich an – das ist der direkteste Hebel. Sie muss aber realistisch sein, nicht erkennbar nur steuerlich motiviert.
  • BMF-Arbeitshilfe: Das Excel-Tool des Bundesfinanzministeriums berechnet die Aufteilung typisiert. In teuren Lagen führt es oft zu einem hohen Bodenanteil – und damit niedriger AfA.
  • Sachverständigengutachten: Ein Gutachten begründet eine belastbare, meist günstigere Aufteilung. Der Bundesfinanzhof hat 2020 klargestellt, dass die BMF-Arbeitshilfe nicht allein maßgeblich ist – ein Gutachten kann sie schlagen.

Der Grundwert orientiert sich am Bodenrichtwert (über die BORIS-Portale der Länder) multipliziert mit der Grundstücksfläche; der verbleibende Teil des Kaufpreises entfällt auf das Gebäude. Wie du Grund und Gebäude sauber trennst, zeigt Grundstück & Gebäude.

Worauf das Finanzamt achtet

Diese Fehler kosten dich AfA

  • Keine Aufteilung im Kaufvertrag – dann rechnet das Finanzamt selbst, meist zu deinem Nachteil.
  • Unrealistisch hoher Gebäudeanteil ohne Begründung – wird korrigiert und zieht Rückfragen nach sich.
  • Bodenrichtwert und Grundstücksgröße nicht geprüft – das Fundament jeder plausiblen Aufteilung.
  • Bei hohem Kaufpreis auf ein Gutachten verzichtet, obwohl sich die Kosten über die Mehr-AfA schnell rechnen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur der Gebäudeanteil ist abschreibbar – der Grund und Boden nicht.
  • Höherer Gebäudeanteil = höhere AfA = mehr legale Steuerersparnis, besonders im Spitzensteuersatz.
  • Drei Wege: Kaufvertrag, BMF-Arbeitshilfe, Gutachten – der Kaufvertrag ist der direkteste Hebel.
  • BFH 2020: Die BMF-Arbeitshilfe ist nicht allein maßgeblich – ein Gutachten kann eine bessere Aufteilung begründen.
  • Die Aufteilung entscheidest du beim Kauf, nicht nachträglich – also vorher strukturieren.

Prüfmaßstab für den Gesamtkauf bleibt die Schlutt-Formel V₁₀ ≥ 1,5 · E: Die Aufteilung optimiert die Steuerwirkung, das Objekt selbst muss sich trotzdem rechnen.

FAQ

Häufige Fragen zur Kaufpreisaufteilung

Was ist die Kaufpreisaufteilung?
Die Kaufpreisaufteilung teilt den Kaufpreis einer Immobilie in zwei Teile: den Grund-und-Boden-Anteil und den Gebäudeanteil. Steuerlich entscheidend ist, dass nur das Gebäude über die AfA abgeschrieben werden kann – der Grund und Boden nutzt sich nicht ab und bleibt außen vor.
Warum ist ein hoher Gebäudeanteil steuerlich besser?
Je höher der Gebäudeanteil, desto höher die jährliche Abschreibung (AfA) und damit der absetzbare Betrag. Bei 2 % linearer AfA bringt jeder zusätzliche Prozentpunkt Gebäudeanteil über die Jahre spürbar mehr Steuerersparnis – gerade im Spitzensteuersatz.
Wie wird die Kaufpreisaufteilung bestimmt?
Es gibt drei Wege: eine Aufteilung direkt im Kaufvertrag, die Arbeitshilfe des Bundesfinanzministeriums (BMF) oder ein Sachverständigengutachten. Der Grundwert orientiert sich am Bodenrichtwert (BORIS) und der Grundstücksgröße; der Rest entfällt auf das Gebäude.
Ist die im Kaufvertrag vereinbarte Aufteilung bindend?
Eine sachgerechte, im Kaufvertrag vereinbarte Aufteilung erkennt das Finanzamt grundsätzlich an. Ist sie aber unrealistisch oder erkennbar nur steuerlich motiviert, kann das Finanzamt sie korrigieren. Eine plausible, dokumentierte Aufteilung ist deshalb Gold wert.
Was ist die BMF-Arbeitshilfe – und wo liegen ihre Grenzen?
Die BMF-Arbeitshilfe ist ein Excel-Tool, mit dem Finanzämter die Aufteilung typisiert berechnen. Sie führt in teuren Lagen oft zu einem hohen Grundanteil und damit niedriger AfA. Der Bundesfinanzhof hat 2020 entschieden, dass sie nicht allein maßgeblich ist – ein Gutachten kann eine bessere, belastbare Aufteilung begründen.
Wie hole ich den maximalen Gebäudeanteil heraus?
Prüfe den Bodenrichtwert und die Grundstücksgröße, vereinbare eine sachgerechte Aufteilung im Kaufvertrag und ziehe bei hohem Kaufpreis ein Gutachten in Betracht. Die konkrete Umsetzung gehört in die Hände deines Steuerberaters – der Hebel auf deine Steuerlast ist über die Jahre erheblich.

Strategiegespräch

Holst du bei deinem Kauf den maximalen Gebäudeanteil heraus?

Die Kaufpreisaufteilung ist nur eine von mehreren Stellschrauben, mit denen Spitzenverdiener ihre Steuerlast in Vermögen verwandeln. Im Strategiegespräch rechnen wir deinen Fall konkret durch – Aufteilung, Finanzierung und ob sich der Einstieg nach der Schlutt-Formel für dich lohnt.

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Über den Autor

Steffen Schlutt
Steffen Schlutt
Bankkaufmann & Immobilieninvestor seit 2004 · Autor „Das Stein-Spar-Buch“

Steffen investiert seit 2004 in Immobilien und hält einen Bestand von über 50 Einheiten. Über das STEINSPARBUCH-System begleitet er Unternehmer und Gutverdiener zu ihrer ersten Investmentimmobilie – mit klaren Zahlen statt leeren Versprechen.