Zum Inhalt springen
Immobilien-Wissen
Finanzierung

Anschlussfinanzierung: Zins sichern, Restschuld clever ablösen

Die Anschlussfinanzierung entscheidet oft über zehntausende Euro: Wenn deine Zinsbindung ausläuft, steht die Restschuld zur Neufinanzierung an. Ob Prolongation, Umschuldung oder Forward-Darlehen – wer hier passiv bleibt, zahlt fast immer drauf. Hier bekommst du die drei Wege klar gegenübergestellt.

Als gelernter Banker sage ich klar: Die bequemste Option ist selten die günstigste. Ein Vergleich lohnt sich fast immer.

Jetzt Klarheits-Call sichern!Nur 8 Plätze pro Monat verfügbar.
Steffen Schlutt
Dein Immobilien-Vermögensarchitekt
Der Blick des Vermögensarchitekten

Der teuerste Fehler ist Passivität

„Die meisten unterschreiben die Prolongation, die ihre Bank ihnen drei Monate vor Ablauf hinlegt – aus Bequemlichkeit. Dabei liegt zwischen dem ersten Angebot und dem besten Marktangebot oft ein halber Prozentpunkt. Auf eine sechsstellige Restschuld über zehn Jahre sind das keine Kleinigkeiten.“

Steffen Schlutt · Gelernter Banker & Immobilieninvestor seit 2004

Die Anschlussfinanzierung ist kein Verwaltungsakt, sondern eine echte Finanzentscheidung. Wer sie früh und aktiv angeht, verschafft sich Verhandlungsmacht – und spart.

Die drei Wege

Prolongation, Umschuldung, Forward

  • Prolongation: Weiter beim alten Anbieter. Kein Kreditcheck, keine Notar-/Grundschuldkosten – aber oft der teuerste Zins.
  • Umschuldung: Wechsel zu einer neuen Bank. Kostet Kreditcheck, Grundschuld-Abtretung und Notar, spart bei besserem Zins aber meist deutlich mehr.
  • Forward-Darlehen: Heutigen Zins für später sichern – bis zu fünf Jahre im Voraus, gegen einen Forward-Aufschlag.

Rechenbeispiel Umschuldung

Restschuld, 15 Jahre Laufzeit: Bei 4,5 Prozent Prolongationszins zahlst du grob 56.500 Euro Zinsen, bei 4,0 Prozent nach Umschuldung rund 49.700 Euro. Ersparnis: etwa 6.800 Euro – abzüglich einiger hundert Euro Notar- und Grundschuldkosten bleibt ein klarer Vorteil. Je höher die Restschuld, desto größer der Hebel.

Dein Zeitplan

Wann du was tun solltest

  • 5 Jahre vorher: Forward-Darlehen möglich, wenn du steigende Zinsen erwartest.
  • 6–12 Monate vorher: Angebote vergleichen, Umschuldung vorbereiten, Unterlagen sammeln.
  • 3 Monate vorher: Die Hausbank legt meist das Prolongationsangebot vor – nicht ungeprüft unterschreiben.
  • Nach 10 Jahren: Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB prüfen – Ausstieg ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

Die aktuelle Zinslage liegt spürbar über dem Niedrigzins-Jahrzehnt. Umso wichtiger ist es, Varianten konkret durchzurechnen, statt aus dem Bauch zu entscheiden.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Anschlussfinanzierung = Neufinanzierung der Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung.
  • Drei Wege: Prolongation (bequem, teuer), Umschuldung (Aufwand, günstiger), Forward (Zins vorab sichern).
  • Umschuldung zum regulären Ende: keine Vorfälligkeitsentschädigung.
  • § 489 BGB: nach 10 Jahren Ausstieg mit 6 Monaten Frist, ohne Strafe.
  • Früh vergleichen schafft Verhandlungsmacht – Passivität kostet.
FAQ

Häufige Fragen

Strategiegespräch

Deine Anschlussfinanzierung – durchgerechnet

Prolongation, Umschuldung oder Forward: Welcher Weg bei deiner Restschuld und deinem Zeithorizont günstiger ist, lässt sich sauber rechnen. Im persönlichen Gespräch schauen wir uns deine Zahlen konkret an.

Jetzt Klarheits-Call sichern!Nur 8 Plätze pro Monat verfügbar.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Bildung und ist keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung. Zinssätze, Forward-Aufschläge und Konditionen ändern sich ständig und unterscheiden sich je nach Anbieter und Bonität. Lass dir vor Abschluss ein individuelles Angebot erstellen und vergleiche mehrere Anbieter.