Zum Inhalt springen
Immobilien-Wissen
Immobilienrendite berechnen

Immobilienrendite berechnen: so geht’s richtig

Die Immobilienrendite zeigt, ob sich ein Objekt wirklich lohnt – das Verhältnis aus Mietertrag und eingesetztem Kapital. Brutto, netto, auf das Eigenkapital: Welche Kennzahl wann zählt, rechnest du hier Schritt für Schritt durch.

Viele Immobilienkäufer schauen nur auf Kaufpreis und Miete. Für Investoren reicht das nicht. Immobilieninvestor Steffen Schlutt zeigt, welche Faktoren wirklich entscheiden.

Jetzt Klarheits-Call sichern!Nur 8 Plätze pro Monat verfügbar.
Steffen Schlutt
Dein Immobilien-Vermögensarchitekt
Definition

Was ist die Immobilienrendite?

Die Rendite einer Immobilie setzt den jährlichen Mietertrag ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Die einfachste Form ist die Bruttorendite:

Bruttorendite = Jahresnettomiete ÷ Kaufpreis × 100

Diese Zahl ist ein schneller erster Filter – aber sie blättert zwei entscheidende Dinge aus: die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) und die laufenden Bewirtschaftungskosten. Rechnet man beide ein, entsteht die realistische Nettomietrendite:

Nettorendite = (Jahresmiete − Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100

Und selbst das ist erst der Anfang: Die wahre Rendite entscheidet sich über Finanzierung und Steuer – dazu weiter unten mehr.

Immobilienrendite berechnen mit Steffen Schlutt
Die vier Kennzahlen

Welche Renditen bei Immobilien wichtig sind

Investoren betrachten eine Immobilie aus vier Perspektiven. Jede Kennzahl hat ihre eigene Formel – und ihren eigenen Zweck:

01

Bruttorendite

Jahresnettomiete ÷ Kaufpreis × 100

Die einfachste Kennzahl und ein erster Filter – schnell berechnet, aber allein wenig aussagekräftig.

Brutto- vs. Nettorendite →
02

Nettomietrendite

(Jahresmiete − Kosten) ÷ Gesamtinvestition × 100

Nach Abzug von Kaufnebenkosten und Bewirtschaftung. Zeigt, was von der Miete real übrig bleibt.

Nettorendite berechnen →
03

Eigenkapitalrendite

Jahresüberschuss ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100

Die Rendite auf das tatsächlich eingesetzte Eigenkapital – hier wirkt der Finanzierungshebel.

Eigenkapitalrendite erklärt →
04

Cashflow

Mieteinnahmen − alle laufenden Kosten

Was nach Zins, Tilgung und Kosten monatlich übrig bleibt (oder fehlt). Entscheidet über die Tragfähigkeit.

Cashflow bei Immobilien →
Rechenbeispiel

Rendite berechnen – ein Beispiel

Nehmen wir eine vermietete Wohnung für 300.000 € Kaufpreis mit 1.100 € Kaltmiete im Monat (13.200 € im Jahr):

Kaufpreis300.000 €
Kaufnebenkosten (ca. 10 %)30.000 €
Jahreskaltmiete13.200 €
Bewirtschaftungskosten / Jahr− 2.400 €
Bruttorendite4,40 %
Nettorendite3,27 %

Die Bruttorendite von 4,40 % klingt ordentlich – nach Nebenkosten und Bewirtschaftung bleiben real 3,27 %. Genau diese Lücke übersehen die meisten Online-Rechner.

Selbst ausrechnen

Deine Rendite in 30 Sekunden

Trag deine Zahlen ein – Brutto- und Nettorendite aktualisieren sich sofort. Nichts wird gespeichert, alles bleibt bei dir im Browser.

Bruttorendite4,40 %
Nettorendite3,27 %

Vereinfachte Berechnung ohne Finanzierung und Steuer. Für Mietrendite inkl. Kaufpreisfaktor: zum ausführlichen Mietrendite-Rechner →

Der häufigste Fehler

Warum viele Renditeberechnungen falsch sind

Viele Rendite-Rechner im Internet lassen die Faktoren weg, die am meisten ausmachen:

  • Finanzierungskosten (Zins und Tilgung)
  • steuerliche Effekte (AfA, Werbungskosten)
  • Instandhaltungsrücklagen
  • Leerstands- und Mietausfallrisiko

Dadurch entsteht ein zu schönes Bild der tatsächlichen Rendite – und darauf folgen teure Fehlentscheidungen.

Der Investoren-Blick

Wo die wahre Rendite entsteht: Finanzierung und Steuer

Die Objektrendite (brutto/netto) beschreibt die Immobilie – aber nicht deine Rendite. Die entscheidet sich an zwei Hebeln:

Der Finanzierungshebel: Wenn du nur einen Teil des Kaufpreises mit Eigenkapital finanzierst, bezieht sich dein Überschuss auf einen kleinen Einsatz – die Eigenkapitalrendite liegt dann weit über der Objektrendite. Der Hebel wirkt aber in beide Richtungen.

Der Steuerhebel: Über die Abschreibung (AfA) und absetzbare Schuldzinsen sinkt dein zu versteuerndes Ergebnis. Bei hohem Steuersatz hebt das die Rendite nach Steuern spürbar an – wie stark, hängt an der Höhe der AfA (etwa über Denkmal-AfA oder eine kürzere Restnutzungsdauer).

Und schließlich zählt, was monatlich real übrig bleibt – der Cashflow.

Vorsicht

Die häufigsten Fehler bei der Renditeberechnung

Nur Kaufpreis und Miete betrachten

Die reine Bruttorendite ignoriert Kaufnebenkosten, Bewirtschaftung und Finanzierung – und lässt ein durchschnittliches Objekt glänzen.

Kaufnebenkosten vergessen

Grunderwerbsteuer, Notar und Makler summieren sich schnell auf 10 bis 15 Prozent. Wer sie nicht in die Investition einrechnet, überschätzt die Rendite.

Steuer komplett ausblenden

Die Rendite nach Steuern kann völlig anders aussehen als davor – mit der richtigen Abschreibung meist deutlich besser.

Finanzierungshebel ignorieren

Wer nur die Objektrendite betrachtet, sieht nicht, wie stark die Finanzierung die Rendite auf das eigene Kapital hebelt – in beide Richtungen.

FAQ

Häufige Fragen zur Immobilienrendite

Wie berechnet man die Rendite einer Immobilie?

Die einfachste Kennzahl ist die Bruttorendite: Jahresnettomiete geteilt durch den Kaufpreis, mal 100 – bei 13.200 € Jahresmiete und 300.000 € Kaufpreis sind das 4,4 Prozent. Für ein realistisches Bild rechnet man zusätzlich die Kaufnebenkosten (meist 10 bis 15 Prozent) in die Investition ein und zieht die laufenden Bewirtschaftungskosten von der Miete ab – das ergibt die aussagekräftigere Nettomietrendite.

Welche Rendite-Kennzahlen gibt es bei Immobilien?

Vier sind entscheidend: die Bruttorendite (Miete im Verhältnis zum Kaufpreis), die Nettorendite (nach Kosten und Kaufnebenkosten), die Eigenkapitalrendite (Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital, hier wirkt der Finanzierungshebel) und der Cashflow (der monatliche Überschuss nach allen Kosten).

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettorendite?

Die Bruttorendite setzt nur die Jahresmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis – ein schneller erster Filter. Die Nettorendite berücksichtigt zusätzlich die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) und die laufenden Bewirtschaftungskosten. Sie liegt deutlich niedriger, zeigt aber, was real übrig bleibt.

Was ist eine gute Rendite bei Immobilien?

Als grober Orientierungswert gilt eine Bruttorendite von 3 bis 6 Prozent – je nach Lage und Objektzustand. Eine pauschale Zahl gibt es aber nicht: Entscheidend ist nicht die Bruttozahl, sondern die Nettorendite, die Eigenkapitalrendite und das Gesamtbild aus Tilgung, Steuerwirkung und Wertentwicklung.

Warum sind viele Online-Renditerechner ungenau?

Die meisten einfachen Rechner berücksichtigen weder Finanzierungskosten noch steuerliche Effekte, Instandhaltungsrücklagen oder das Leerstandsrisiko. Dadurch entsteht ein zu schönes Bild der tatsächlichen Rendite – und darauf folgen teure Fehlentscheidungen.

Welche Rolle spielt die Steuer bei der Immobilienrendite?

Eine große: Über die Abschreibung – meist 2 Prozent des Gebäudewerts pro Jahr – und die absetzbaren Schuldzinsen sinkt das zu versteuernde Ergebnis. Bei einem hohen persönlichen Steuersatz (bis 42 bzw. 45 Prozent) hebt das die Rendite nach Steuern spürbar an. Wer nur vor Steuern rechnet, unterschätzt die reale Rendite oft deutlich.

Welche Kennzahl ist die wichtigste?

Keine einzelne. Die Bruttorendite filtert schnell, die Nettorendite zeigt die Realität, die Eigenkapitalrendite den Hebel und der Cashflow die monatliche Tragfähigkeit. Erst im Zusammenspiel entsteht ein ehrliches Bild – im STEIN-SPAR-BUCH-System gebündelt in der Formel V ≥ 1,5E.

Das Wichtigste in Kürze

Zusammenfassung

Die Bruttorendite (Jahresmiete ÷ Kaufpreis × 100) ist ein schneller Filter, die Nettorendite zeigt nach Kosten und Kaufnebenkosten die Realität. Deine tatsächliche Rendite entscheidet sich darüber hinaus an Finanzierung (Eigenkapitalrendite) und Steuer (AfA). Keine Kennzahl allein genügt – erst das Zusammenspiel ergibt ein ehrliches Bild.

Weiterführende Themen

Steffen Schlutt ist Bankkaufmann, Immobilieninvestor seit 2004 und Autor des Amazon-Bestsellers „Das Stein-Spar-Buch“. Mehr über ihn auf der Seite über den Autor.

Hinweis: Alle Zahlen sind vereinfachte Beispiele zur Veranschaulichung und stellen keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung dar. Ob und in welcher Höhe Abschreibungen und Werbungskosten möglich sind, hängt vom Einzelfall ab und gehört in die Hände deines Steuerberaters.
Strategiegespräch

Rechnen wir deine nächste Immobilie gemeinsam durch

Ob sich ein Objekt wirklich lohnt, zeigt erst die vollständige Rechnung – Finanzierung, Steuern und Cashflow inklusive. Genau das gehen wir im persönlichen Strategiegespräch durch.

Jetzt Klarheits-Call sichern!Nur 8 Plätze pro Monat verfügbar.