Steffen Schlutt — Investments & Insights Immobilien-Wissen

Denkmal-AfA

Denkmal-AfA: der stärkste Abschreibungshebel für Spitzensteuerzahler

Keine andere Abschreibung im deutschen Steuerrecht ist so großzügig: Bei einer denkmalgeschützten Immobilie lassen sich die bescheinigten Sanierungskosten als Vermieter über nur 12 Jahre zu 100 % absetzen – zusätzlich zur regulären Gebäude-AfA.

Für Gutverdiener und Unternehmer im Spitzensteuersatz ist das der wohl kräftigste legale Steuerhebel im Immobilienbereich. Investor Steffen Schlutt ordnet ein, wie die Denkmal-AfA funktioniert – und wo die Fallen liegen.

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Steffen Schlutt
Dein Immobilien-Vermögensarchitekt

Grundlagen

Was die Denkmal-AfA ist

Der Staat fördert den Erhalt denkmalgeschützter Gebäude über besonders hohe Abschreibungssätze. Geregelt ist das in §§ 7i und 10f Einkommensteuergesetz. Abgeschrieben werden dabei nicht Kaufpreis oder Grundstück, sondern ausschließlich die bescheinigten Sanierungskosten:

  • nur amtlich bescheinigte Sanierungs- und Modernisierungskosten sind begünstigt
  • deutlich höhere Sätze als die reguläre Gebäude-AfA von 2 bis 2,5 %
  • läuft zusätzlich zur normalen Abschreibung der Altbausubstanz
  • besonders wirksam bei hohem persönlichem Steuersatz

Genau diese Kombination macht die Denkmal-AfA zum stärksten Abschreibungsinstrument im deutschen Immobiliensteuerrecht.

Denkmal-AfA — Steffen Schlutt

Die Sätze

100 % der Sanierungskosten in 12 Jahren

Wie hoch die Abschreibung ausfällt, hängt davon ab, ob du vermietest oder selbst nutzt:

  • Vermietung (§ 7i EStG): 8 Jahre lang je 9 %, danach 4 Jahre lang je 7 % – zusammen 100 % über 12 Jahre
  • Eigennutzung (§ 10f EStG): 10 Jahre lang je 9 % als Sonderausgaben – zusammen 90 % über 10 Jahre
  • zusätzlich läuft die reguläre Gebäude-AfA auf die Altbausubstanz (2 oder 2,5 %) weiter

Zum Vergleich: Eine normale vermietete Immobilie schreibt ihren Gebäudewert über 40 bis 50 Jahre ab. Beim Baudenkmal sind die Sanierungskosten in einem Bruchteil der Zeit vollständig abgesetzt.

Die Bedingungen

Was zählt – und was nicht

Die hohen Sätze gibt es nicht automatisch. Entscheidend sind vier Punkte:

  • Das Gebäude muss nach Landesrecht offiziell ein Baudenkmal sein.
  • Nur die von der Denkmalschutzbehörde bescheinigten Kosten sind begünstigt – die Bescheinigung ist Pflicht.
  • Die Baumaßnahmen müssen nach dem Kaufvertrag erfolgen.
  • Kaufpreis der Altsubstanz sowie Grund und Boden zählen nicht zur Denkmal-AfA.

Nachgerechnet

Ein Rechenbeispiel für Spitzensteuerzahler

Angenommen, von deinem Kauf entfallen 200.000 € auf bescheinigte Sanierungskosten. Als Vermieter ergibt sich:

  • Jahr 1 bis 8: je 9 % = 18.000 € Abschreibung pro Jahr
  • Jahr 9 bis 12: je 7 % = 14.000 € Abschreibung pro Jahr
  • bei 42 % Spitzensteuersatz rund 7.560 € weniger Steuer pro Jahr in den ersten acht Jahren

Über die Laufzeit fließt so ein erheblicher Teil deiner Sanierungsinvestition als Steuerersparnis zurück – während dir ein saniertes Sachwert-Objekt bleibt.

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Vereinfachtes Beispiel zur Veranschaulichung – keine Steuerberatung. Die tatsächlichen Werte hängen von Objekt, Bescheinigung, Finanzierung und persönlicher Situation ab und sollten individuell mit einem Steuerberater geprüft werden.

Ehrlich eingeordnet

Für wen sich das lohnt – und die Fallen

Die Denkmal-AfA entfaltet ihre Wirkung vor allem bei hoher Steuerlast – also genau bei Gutverdienern und Unternehmern im Spitzensteuersatz. Aber Vorsicht: Ein starker Steuervorteil macht allein noch keine gute Investition.

  • Denkmalobjekte werden oft mit Aufschlag als Steuersparmodell verkauft – der Preis muss trotzdem rechnen.
  • Lage, Mietniveau und Sanierungsqualität entscheiden über die Rendite, nicht die Abschreibung allein.
  • Die Bescheinigung der Behörde ist der kritische Punkt – ohne sie gibt es die erhöhten Sätze nicht.

Als aktiver Investor rechne ich ein Denkmalobjekt zuerst wie jede andere Immobilie durch – der Steuervorteil ist die Kür, nicht der Grund.

FAQ

Häufige Fragen zur Denkmal-AfA

Was ist die Denkmal-AfA?
Die Denkmal-AfA ist eine erhöhte Abschreibung für die amtlich bescheinigten Sanierungskosten an einem Baudenkmal, geregelt in §§ 7i und 10f EStG. Sie läuft zusätzlich zur regulären Gebäude-AfA auf die Altbausubstanz.
Wie hoch ist die Denkmal-AfA?
Bei Vermietung (§ 7i) sind es acht Jahre lang je 9 % und danach vier Jahre lang je 7 % – zusammen 100 % der Sanierungskosten über 12 Jahre. Bei Eigennutzung (§ 10f) zehn Jahre lang je 9 %, zusammen 90 % über 10 Jahre.
Was ist der Unterschied zwischen § 7i und § 10f EStG?
§ 7i gilt für vermietete Denkmalimmobilien; die Abschreibung wirkt als Werbungskosten. § 10f gilt für die Eigennutzung; die Beträge werden als Sonderausgaben abgezogen.
Welche Kosten sind bei der Denkmal-AfA begünstigt?
Nur die von der Denkmalschutzbehörde bescheinigten Sanierungs- und Modernisierungskosten, die nach dem Kaufvertrag entstehen. Der Kaufpreis der Altsubstanz sowie Grund und Boden sind nicht begünstigt.
Welche Voraussetzungen gelten für die Denkmal-AfA?
Das Gebäude muss nach Landesrecht offiziell ein Baudenkmal sein, die Baumaßnahmen müssen nach dem Kauf erfolgen und von der Denkmalschutzbehörde bescheinigt werden. Ohne diese Bescheinigung gibt es die erhöhten Sätze nicht.
Für wen lohnt sich die Denkmal-AfA?
Vor allem für Gutverdiener und Unternehmer im Spitzensteuersatz, weil die Wirkung mit der Steuerlast steigt. Entscheidend bleibt aber, dass das Objekt auch ohne den Steuervorteil über Lage, Miete und Preis wirtschaftlich trägt.

Strategiegespräch

Passt eine Denkmalimmobilie zu deiner Steuerlast?

Ob sich eine Denkmalimmobilie in deiner Situation rechnet, zeigt erst die konkrete Rechnung aus Kaufpreis, Sanierung, Miete und Steuerersparnis. Genau das gehen wir im persönlichen Strategiegespräch durch.

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Über den Autor

Steffen Schlutt
Steffen Schlutt
Bankkaufmann & Immobilieninvestor seit 2004 · Autor „Das Stein-Spar-Buch“

Steffen investiert seit 2004 in Immobilien und hält einen Bestand von über 50 Einheiten. Über das STEINSPARBUCH-System begleitet er Unternehmer und Gutverdiener zu ihrer ersten Investmentimmobilie – mit klaren Zahlen statt leeren Versprechen.